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Die Kita Länggasse wurde im Frühling 1880 von Karl Stämpfli, Nationalrat und Inhaber der Druckerei Stämpfli, gegründet. Beweggrund für seine Initiative war, dass er und sein Frau Emma Stämpfli-Studer sahen, dass viele Arbeiterkinder in der Länggasse tagsüber ganz sich selber überlassen waren und sich die Zeit auf der Strasse vertrieben. So soll Karl Stämpfli eines Tages ein zweijähriges Kind in einem Strassengraben schlafend vorgefunden haben. Stämpflis wollten «solch unbewachten Kindern tagsüber einen Ersatz für ihr Heim schaffen». Sie gründeten einen Verein und sammelten Geld, um die «Kinderbewahranstalt» zu eröffnen. Das Startkapital belief sich auf Fr. 1940.— Bei den ersten Räumlichkeiten handelte sich um eine Mietwohnung am Vereinsweg, in der tagsüber sechs Kinder durch «Kinderwärterinnen» betreut wurden. Die Kinder wurden tagsüber in einheitliches Weiss gekleidet, wie historischen Bildaufnahmen zu entnehmen ist. Die Mütter waren verpflichtet, die Kinder im Alter von drei Wochen bis zum 4. Lebensjahr in sauberem Zustand zur Krippe zu bringen. Stillende Mütter waren angehalten, die Kinder mindestens einmal im Tag in der Krippe zu stillen. Die Plätze wurden vorab an verwitwete und alleinstehende Mütter vergeben. Der Tagesansatz betrug damals 20 Rp., für ein Geschwister-Paar 30 Rp.

Aus Platzmangel wurde die Krippe 1882 an den Wyderrain verlegt, wo 24 Kinder Platz fanden. Finanziert wurde der Betrieb aus «Liebesgaben» von Gönnern, der Kirche und Kollekten. Später zog die Kita Länggasse noch mehrmals um, bis der Krippenverein Länggasse 1901 das Wohnhaus an der Länggassstrasse 62 (Tagi) erwerben konnte. 1903 wurde auf dem Grundstück die heutige Kita Länggasse (Länggassstrasse 64) aus Mitteln des Fonds der Armenanstalt, der Burgerschaft und privaten Spenden gebaut. Im neuen Haus konnten 58 Kinder aufgenommen werden. Die Träger der Krippe waren der Länggassleist, Vereine, Firmen und die Soziale Fürsorge der Stadt Bern. Die Stadt beteiligte sich damals mit 20 Rappen pro Kind und Tag. Hauptziel war es den Kindern «die fehlende Wohnstube zu ersetzen», den Leiterinnen oblagen auch «gewisse erzieherische Aufgaben». Ab diesem Zeitpunkt wurden auch «Töchter als Mutter- und Kinderhelferinnen» in der Krippe ausgebildet. Unter dem Eindruck des 1. Weltkrieges und der verbreiteten Armut wurde die Kita Länggasse auf Betreiben der Fürsorgedirektion der Stadt Bern 1937 in eine Stiftung überführt. Denn in den 30er-Jahren bestand der Verein Private Kinderkrippe Länggasse Bern nur noch aus «wenigen Damen, welche viele Jahre ihrer Lebensarbeit dem Gedeihen der Krippe gewidmet hatten», wie dem Verwaltungsbericht der Stadt Bern von 1937 zu entnehmen ist. Dem ersten Stiftungsrat gehörten zwei Mitglieder der Stadt – der Vorsteher des Jugendamtes und der Schulvorsteher – an. Die Stiftungsurkunde gibt als Einnahmequelle Subventionen der Stadt Bern an. Stiftungszweck seither ist «Das Betreiben einer oder mehrerer Kindertagesstätten».

Im Laufe der folgenden Jahrzehnte wurde der Kita-Betrieb stetig professionalisiert - bezüglich des Ausbildungsstandards der Betreuerinnen sowie der pädagogischen Grundsätze und Leitlinien. Auch wurde das Angebot kontinuierlich ausgebaut und den jeweiligen gesellschaftlichen Entwicklungen angepasst. 1977 trat die Kita Länggasse dem Verband Kindertagesstätten der Schweiz (Kitas) bei.

Da der Bedarf an Kita-Plätzen anhaltend gross ist, entschloss sich die Stiftung Kita Länggasse 2011 zu einem Wachstumsschritt. Am 1. Januar 2012 haben sich die Kita Taka Tuka (Lerchenweg 33) und die Kita Länggasse (Länggassstrasse 64) zusammengeschlossen. Gemeinsamer Träger ist die Stiftung Kindertagesstätten Länggasse. Dieser Zusammenschluss machte unter anderem das Einrichten einer professionell geführten Geschäftsstelle möglich, welche die ehrenamtliche Tätigkeit der Stiftungsrätinnen und Stiftungsräte stark entlastet. Beide Betriebe werden als eigenständige Kitas mit dem bisherigen Profil weitergeführt.